BDSM Lexikon - Keuschheitsgürtel

Auch Florentiner Gürtel, Venusgurt oder Italienisches Schloss genannt. Gürtel aus Metall (heute auch aus Leder), der um den Bauch gelegt wird. Am Rücken ist ein Scharnier, an dem ein Eisenband zwischen den Beinen hindurch zum Bauch führt und dort am Gürtel mit einem Schloss verbunden ist. Meist wird behauptet, der Keuschheitsgürtel wäre von Frauen getragen worden und sollte während der Abwesenheit des Ehemannes ihre Keuschheit bewahren, indem er auf mechanische Weise den Geschlechtsverkehr verhindert. Nach dieser Theorie wurde der Keuschheitsgürtel in der Zeit der Kreuzzüge erfunden. Wenn die Ritter für mehrere Jahre in fremde Länder zogen, wollten sie sich der Treue ihrer Ehefrauen sicher sein und "verschlossen" sie. Den Schlüssel nahmen sie mit (gaben sich selbst aber den Lüsten ohne Hemmungen hin). Vermutlich hat der Gürtel in vielen Fällen wenig genützt. Im Gegenteil, es spornte einen Liebhaber wohl eher an, mit Hilfe eines Schmiedes und eines Nachschlüssels das eiserne Hindernis zu überwinden. Allerdings gibt es keine gesicherten Informationen über Sinn, Zweck und Verwendung des Keuschheitsgürtels. Das was ihm landläufig (wie oben belegt) nachgesagt wird, ist vor allem aus zwei Gründen nicht möglich: 1. Dieses Metallgerät würde sich binnen weniger Tage durch die Haut scheuern und durch Blutvergiftung und/oder Wundbrand zum Tod führen. 2. War eine Schwangerschaft nie auszuschliessen, was das "Abschliessen" einer Frau für einen langen Zeitraum von allein verbietet, da dadurch ja eine Entbindung verunmöglicht würde.

Zur Verwendung des Keuschheitsgürtels wurde die Vermutung ausgesprochen, dass Frauen sich diese selbst anlegten zum Schutz gegen Vergewaltigungen während militärischer Belagerungen oder bei langen Schifffahrten (da die Besatzungen zum grössten Teil aus Verbrechern und zwielichtigen Elementen rekrutiert wurden). Die früheste Darstellung eines Keuschheitsgürtels stammt aus dem Jahr 1405. Einige Quellen sagen, ein Italiener in Padua habe 1395 den ersten Gürtel gefertigt. Keuschheitsgürtel fanden bis ins 17. Jahrhundert Anwendung, das letzte Patent in Deutschland stammt aus dem Jahr 1903. Heute finden sich Keuschheitsgürtel (dann vielfach aus Leder) oft bei SM-Liebhabern als "Spielzeug". Heute gibt es auch Keuschheitsgürtel für den Mann, auch mit Penisrohr oder gar als elektrische Variante.
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