BDSM Lexikon - Poppers

Eine synthetische, illegale Droge mit beissendem Geruch. Sie stimuliert sexuell, baut Hemmungen ab, lässt den Penis steif werden, erweitert den After und hemmt den Schmerz. Die Droge soll aber krebsfördernd sein und die Immunabwehr schwächen, deshalb gilt sie als AIDS-fördernd. Bei zu viel Einnahme lockert es die Muskeln so stark, dass der Penis nicht mehr steif wird. Poppers tauchte in den 70er Jahren vornehmlich in Schwulenkreisen auf, verschwand dann wieder und erlebte Mitte der 90er Jahre eine Renaissance. Zuerst wieder von Schwulenkreisen ausgehend fand die Droge zunehmend Eingang in andere Szenen. Poppers hat nicht nur stark aufputschende und sexuell stimulierende, sondern auch halluzinogene (sinnestäuschende) Wirkung. Wie alle Drogen macht Poppers abhängig und führt zu schweren gesundheitlichen Schäden. Es darf wohl kaum zu den Aphrodisiaka gezählt werden.

Folgende Ergänzung erhielt ich freundlicherweise von einem mir persönlich bekannten Apotheker: Poppers sind keine Drogen, sondern strenggenommen Medikamente, es handelt sich um Nirite (Amylnitrit, Butylnitrit, Isobutylnitrit). Keiner dieser Wirkstoffe wird in Deutschland noch in der Angina Pectoris Therapie verwendet. Poppers ist flüssig und wird eingeatmet, die Gase sind explosiv (Poppers ist chemisch eng mit Nitroglyzerin verwandt). Die Wirkung hält in der Regel etwa zwei Minuten an. Da Poppers unter das Arzneimittelgesetz fallen, dürfen sie in der BRD nicht frei verkauft werden. Die Wirkung ist ein Aufweiten von Blutgefäßen. Das Resultat: Ein Wärmegfühl am ganzen Körper mit entspannenden Eigenschaften auf die Muskulatur. Einher geht aber auch ein Abfallen des Blutdrucks um etwa 30 mmHg (das ist VIEL!) - dadurch kann es Personen schwarz vor Augen werden. Die Muskelentspannung erleichtert auch das Eindingen des Penis in den After beim Analverkehr. Vermutlich war dies ein Grund, warum Poppers bei Schwulen beliebt wurde. Einer der in Verbindung stehenden Effekte ist Vasodilation oder Entspannung der Blutgefässe. Dies erzeugt ein Wärmegefühl über den ganzen Körper (durch das in die Gefäße strömende Blut) und große Mengen Blut und damit Sauerstoff auch durch das Hirn.Die Zunahme des Sauerstoffes führt auch zu eine plötzlichen Intensivierung der aktuellen Gefühle und kann so die Lust steigern und den Hemmungen reduzieren. Unerwünschte Wirkungen sind starke Kopfschmerzen und - wie bei allen zugeführten Substanzen - Gewöhnung und psychische Abhängigkeit.
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