BDSM Lexikon - Vibrator

Ein Dildo der durch einen einbebauten Motor (durch Batterien oder Netzteil betrieben) auf verschiedenen Stufen vibrieren kann. Bei raffinierteren Modellen kreist zusätzlich die Spitze des Dildos. Dildos gibt es mittlerweile in etlichen verschiedenen Grössen, Farben und Formen – vom primitiven Billigprodukt bis zur raffinierten Penis-Nachbildung in allen Einzelheiten (Adern, Eichel, Vorhaut). Benutzen mehrere Personen den Dildo oder wird er zur analen Stimulation verwendet, muss man dem Vibrator ein Kondom überziehen, um Krankheiten zu vermeiden. Reinigen mit Wasser und Seife macht den Dildo zwar sauber aber nicht keimfrei, Desinfektionsmittel dagegen töten zwar die Bakterien, greifen aber die Oberfläche des Dildos an und sind für die zarten Schleimhäute nicht gerade verträglich. Auch daher sollte immer Kondom verwendet werden. Vibratoren sind das am häufigsten benutzte Sextoy!

Meist als Massagestab bezeichnet, wird er in jedem grösseren Versandkatalog angeboten. Erfunden wurden der Vibrator 1869 in den USA von dem Arzt George Taylor. Der erste Vibrator glich eher einer Dampfmaschine als einem Massagestab und die Geräte wurden anfangs nur in Artztpraxen und Kliniken angewandt - und zwar (Staun!) zur Behandlung weiblicher Hysterie. Worunter man zu jener Zeit die Auflehnung des Unterleibes gegen sexuelle Unterversorgung verstand. Die Ärzte stimulierten die Frauen manuell und führten einen Orgasmus herbei, einen "hysterischen Paroxysmus" wie man das ganz elegant umschrieb. Um 1810 kamen dann die ersten elektrisch motorisierten und tragbaren Vibratoren auf den Markt und bis in die 20er Jahre unseres Jahrhunderts wurden die Geräte ganz offen beworben und zur häuslichen Selbsttherapie angewandt. Später verschwanden die eindeutigen Annoncen wieder aus Zeitschriften und Apotheken. Bis heute ist das Ansehen dieses einfachen und wunderbaren Haushaltsgegenstandes noch nicht wieder hergestellt. Im Gegenteil, es herrscht immer noch ein Klima düsterer Befürchtungen und Desinformation.

Vibratoren werden traditionsgemäss mit Frauen in Verbindung gebracht, weil viele mit Hilfe eines Vibrators lernten einen Orgasmus zu haben oder leichter einen Orgasmus zu erreichen. Die meisten Frauen brauchen eine ausdauernde und intensive Stimulierung der Klitoris um zum Höhepunkt zu gelangen.

Gleich zwei Missverständnisse sind in diesem Zusammenhang zu erwähnen. Punkt eins: die Quelle vieler Frustrationen ist der penisförmige Vibrator, vermutlich eines der bekanntesten Modelle. Die Dildoform legt nahe ihn einzuführen, die meisten Frauen haben aber nur dann einen Orgasmus, wenn sie den Vibrator an ihre Klitoris halten, statt ihn in der Vagina auf und ab zu bewegen.

Punkt zwei: Vibratoren sind nicht nur für Frauen - abgesehen davon, dass Vibratoren an jedem Millimeter Körper einsetzbar sind, können sich Männer damit Hoden, Damm, Anus und Eichel massieren. Natürlich eignen sich Vibratoren auch beim gemeinsamen Sex. Männer brauchen sich von einem Vibrator nicht bedroht fühlen, er ist kein Penisersatz, sondern eher eine Art Zusatzgerät, das beiden Freude bereiten kann. Jeder kann einen Vibrator geniessen!
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